Shamonda-Virus
Aktuell breitet sich eine neue, durch Gnitzen übertragene Viruserkrankung bei Rindern in Europa aus. Nach ersten Berichten aus Frankreich, Deutschland und der Schweiz wurde der Erreger nun auch bei erkrankten Tieren in Vorarlberg, Tirol und Oberösterreich nachgewiesen. Mit weiterer Ausbreitung wird gerechnet.
Das Virus weist Ähnlichkeiten mit dem Schmallenberg-Virus auf.
Typischerweise erkranken innerhalb kurzer Zeit mehrere Tiere eines Bestandes. Besonders häufig beobachten werden:
- Fieber
- deutlichen Milchleistungsabfall
- dünnen Kot bis hin zu Durchfall
- reduziertes Allgemeinbefinden und verminderte Futteraufnahme
- Lahmheit
Infizieren sich Tiere der Trächtigkeitsmonaten, kann dies zu Aborten und Missbildungen führen.
Die Erkrankung ist in Österreich nicht meldepflichtig und unterliegt keiner behördlichen Bekämpfungsmaßnahme. Allerdings stellt sie eine Differentialdiagnose zu meldepflichtigen Krankheiten wie z.B. der Blauzungenkrankheit dar.
Was können Sie vorbeugend tun?
Ähnlich wie bei der Blauzungenkrankheit empfehlen wir, die Gnitzenexposition möglichst zu reduzieren:
- Gnitzen sind vor allem dämmerungsaktiv: Nicht benötigte Stallbeleuchtung nachts ausschalten und Weidegang während der Hauptaktivitätszeiten möglichst vermeiden.
- Ventilatoren auch nachts laufen lassen und für ausreichend Luftbewegung im Tierbereich sorgen. Dies erschwert den Gnitzen den Anflug.
- Eine Pour-on-Behandlung gegen Fliegen kann zusätzlich sinnvoll sein. Ein zuverlässiger Schutz vor Gnitzen ist jedoch derzeit nicht belegt.
Weitere Hinweise finden Sie unter folgenden Links:
Bildquelle: Sieberer





